Didaktik der Geschichte
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Forschungsprojekte

Habilitationsprojekt: „Die herausgeforderte Meistererzählung der Freiheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Historische Sinnsuche und narrative Sinnbildung in gesellschaftlichen Debatten über Freiheit und Demokratie in Deutschland und den USA.“

Dr. Moritz Pöllath

colmar (4)"Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewußtsein der Freiheit, - ein Fortschritt den wir in seiner Nothwendigkeit zu erlernen haben." Hegels Idealismus zeigt sich in dieser Aussage, die zwar aus einer wissenschaftlichen These besteht und der sich ein moralisches Postulat anschließt. Eine Weltgeschichte als Geschichte der Freiheit kann aber von seiner Behauptung nicht direkt abgeleitet werden, denn dann könnten kritische Geister dem entgegenhalten, nach einer Verbreitung freiheitlich-demokratischer Gesellschaftsformen seit der Amerikanischen Revolution 1776 sei auf der Welt seit 2001 ein Pausieren, eine Kontraktion oder sogar ein Rückzug festzustellen. Die Meistererzählung der Freiheit in Form einer Ausbreitung liberaler Demokratien auf dem Globus erscheint zu Beginn des 21. Jahrhunderts vielmehr herausgefordert und durch autokratische Gegenmodelle in Asien, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Russland grundsätzlich in Frage gestellt.
Diese politische Unsicherheit reflektiert die Unsicherheit in den öffentlichen Debatten innerhalb der amerikanischen und deutschen Gesellschaft, welchen Platz die Erzählung von Freiheit und Demokratie in den nationalen Geschichts- sowie Erinnerungskulturen einnehmen sollen. Aus diesem historischen und kontemporären Kontext ergibt sich das Forschungsinteresse, welche Narrative und Gegennarrative in Deutschland und den USA über Freiheit zu Beginn des 21. Jahrhundert tradiert und artikuliert werden.

In der DDR-Forschung erfolgreich

In der Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Förderung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der DDR-Forschung (31.05.2017) war das Historische Seminar gleich mit zwei Teilprojekten erfolgreich. Das BMBF wählte, wie jetzt bekannt gege-ben wurde, den Forschungsverbund „Das mediale Erbe der DDR. Akteure, Aneignung, Tradierung“ aus LMU, FU Berlin und ZZF (Sprecher: Michael Meyen, Kommunikationswissen-schaften LMU) zur Förderung aus.east-germany


Das Projekt von Michele Barricelli, Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte und Public History, geht den medialen Vermittlungen und Aneignungen von DDR-Geschichte in der Schule nach. Es wertet dafür (ggf. amtlich zugelassene) Schulbücher, von Lehrerbildungsinstituten oder Landeszentralen für politische Bildung herausgegebene Erzeugnisse sowie pädagogische Begleitmaterialien von erinnerungskulturellen Akteuren (Gedenkstätten, Stiftungen und Bürgerinitiativen) aus. Das Vorhaben untersucht ein breites Korpus mit den Methoden der Bildungsmedienanalyse und der Geschichtsdidaktik. Fragestellung und Erkenntnisinteresse besitzen daher wesentliche Schnittmengen mit der zeithistorischen Forschung. Für die zukunftsweisende Weiterarbeit an innovativen Lern-Formaten sind leitfadengestützte Experteninterviews mit Lehrpersonen, Entwicklern, Schulbuchredakteuren und Fachkräften auch auf dem Gebiet von Digitalität und Virtualität vorgesehen.

Der Forschungsverbund setzt sich als Gesamtziel, die Entstehung, Transformation und Nutzung von Medien mit DDR-Bezug zu analysieren, Expertisen für einzelne Medienumgebungen zu entwickeln und Online-Portale für eine reflektiert-kritische Nutzung einzurichten. Untersucht und aufbereitet werden „Massenmedien“ (Fernsehen, Filme, Internet), private Medien (Fotos, Schmalfilme) und Nutzungsumgebungen (Schule, Museum, individueller Me-dienkonsum). Der Verbund geht − vorbehaltlich seiner endgültigen rechtskräftigen Bewilligung − zum 1. Dezember 2018 an den Start.

 

GeschichtePLUS

Prof. Dr. Michele Barricelli, Regina Bäck, Dr. Verena Espach und Dr. Hannes Liebrandt

Das Programm GeschichtePLUS regt Lehrveranstaltungen an, die in ihrer fächerübergreifenden Ausrichtung dem neuen LehrplanPLUS entsprechen.

GeschichtePLUS ist ein Teilprojekt des Projekts Lehrerbildung@LMU und wird im Rahmen der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Weiterführende Informationen unter: http://www.did.geschichte.uni-muenchen.de/geschichteplus/index.html

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Mein Kampf in der historisch-politischen Bildung

Historisch politische BildungProf. Dr. Ulrich Baumgärtner

Im Zuge der Diskussion über den auslaufenden Urheberschutz und über die kritische Edition des Instituts für Zeitgeschichte stellt sich die Frage nach dem Umgang mit Hitler Hetzschrift in der historisch-politischen Bildung. Im Rahmen eines Themenhefts der Bayerischen landeszentrale für politische Bildungsarbeit werden die damit zusammenhängenden Probleme erörtert und Anregungen für einen angemessenen Umgang geboten.

 

 

 

 

Der Nationalsozialismus im Schulbuch

Prof. Dr. Ulrich Baumgärtnerpolitische bildungsarbeit

Im Rahmen eines Publikationsvorhabens der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit werden aktuelle und historische Schulbücher im Hinblick auf die Darstellung des Nationalsozialismus untersucht.

 

 

 

Dissertation: "Das Recht mich zu richten, das spreche ich ihnen ab!" Der Selbstmord der NS-Elite 1944/45

Dr. Hannes Liebrandt

Selbstmord der NS-EliteAls in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten ihrem Ende zuging, mündete der Wahn der Eliten des Regimes auch in selbstzerstörerischer Gewalt, wie die große Zahl von Suiziden unter den NS-Führern dokumentiert.

Überall dort, wo das Elend des Krieges die Bevölkerung erfasste, kam es zu Selbstmorden unter Angehörigen der NS-Führungsschicht – als Ausdruck ihrer eigenen Endzeitstimmung. Nicht nur Hitler und seine Handlanger flüchteten durch Selbstmord vor der Verantwortung für ihre Taten, sondern auch eine ganze Reihe weiterer prominenter NS-Funktionäre, die Europa und die Welt noch kurz zuvor in Angst und Schrecken versetzt hatten. 1945 sollte die Choreographie eines geschichtsträchtigen Kollektivuntergangs den illusionär gewordenen »Endsieg« ersetzen. Der Freitod der Eliten war ein Teil dieser Inszenierung.

 

https://www.schoeningh.de/katalog/titel/978-3-506-78696-8.html