Didaktik der Geschichte
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Betreute Abschlussarbeiten

Sommersemester 2021

Zulassungsarbeit Franziska Summerer: "Podcasts im Geschichtsunterricht"

cover-kuz-finalAuditive Medien gewinnen innerhalb der digitalen Medien zunehmend an Relevanz. Insbesondere das gesprochene Wort in Form von Podcasts erfreut sich nicht zuletzt seit der Corona-Krise immer größerer Beliebtheit. Sowohl das Angebot als auch deren Nutzung sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Zu den populärsten Formaten gehören Hörspiel, Doku & Reportage, Wissen sowie Comedy & Satire. Podcasts sind besonders beliebt für „Geschehnisse, die thematische Vertiefung, Fakteneinordnung und differenzierte Ereignisfortschreibung erfordern.“ Da sich solche Geschehnisse zweifelsfrei in den Lerninhalten des Faches Geschichte finden, ist davon auszugehen, dass sich das Medium für die Vermittlung historischer Kompetenzen bestens eignet. Die Corona-Krise brachte erhebliche Defizite in digitalen Unterrichtsangeboten zum Vorschein, sowie die Notwendigkeit der Entwicklung neuer Formate. Es gilt deshalb zu eruieren, welchen didaktischen Anforderungen Podcasts als Medium genügen müssen, um im Geschichtsunterricht Verwendung zu finden. Müssen Podcasts zu diesem Zweck denselben Kriterien der Fachdidaktik entsprechen wie der Geschichtsunterricht selbst? Worin liegt vermeintlich das Lernpotenzial? Welche Elemente des Mediums müssen in einem Podcast speziell für den Unterricht vorhanden sein? Welche Herausforderungen, Chancen und Grenzen birgt das Medium? Diese Fragen werden im theoretischen Teil der Arbeit beantwortet und im praktischen evaluiert. In der Geschichtsdidaktik ist das Medium Podcast bislang nicht hinreichend erforscht. Eine Hürde stellt somit der geringe Bestand an Forschungsliteratur zu die-sem Themenbereich dar. Für die unterrichtsdidaktischen Standards wird sich überwiegend an Grundlagenwerken von Baumgärtner, Sauer, Günther-Arndt oder Pandel orientiert. Im theoretischen Teil der Arbeit stehen, nach einem kurzem, quanti-tativen Überblick zu Podcasts im Allgemeinen, Podcasts mit Bezug zu Geschichte, sowie die Lernrelevanz von Geschichtspodcasts hinsichtlich fachdidaktischer Kriterien im Vordergrund.

Im praktischen Teil wird zunächst die Reihe „Kontroversen unserer Zeit“ dekonstruiert und systematisiert und anschließend eine Folge davon hinsichtlich Struktur, Aufbau, Kommunikation und weiteren typischen Stilelementen des Storytelling analysiert. Inhaltlich wird geprüft, ob in „Kontroversen unserer Zeit“ ein Schul- und Lehrplanbezug hergestellt werden kann. Ein Vergleich mit den fachdidaktischen Anforderungen an den Geschichtsunterricht ergibt dann die Kriterien für einen geschichtsdidaktischen Podcast. Hinsichtlich der Methodik beläuft sich die Arbeit auf eine reine Literaturarbeit mit praktischem Teil. Dessen Ziel ist die Entwicklung einer eigenen Podcastfolge für „Kontroversen unserer Zeit“, die den zuvor evaluierten Kriterien genügt. Hierbei ist ein konkreter Schulbezug unverzichtbar. Die Produktvorstellung nimmt den Hauptteil des Praxisparts ein. Darin wird ebenfalls der Hintergrund des erstellten Podcasts, sowie dessen Mittel des Storytelling erläutert

Wintersemester 2020/2021

Zulassungsarbeit Arne Kanngießler, Universität Osnabrück: "Die Romantisierung von Krieg und Wehrmacht am Beispiel des „Fall Barbarossa“"

Die Arbeit untersucht solche Geschichtsbilder über die Wehrmacht, die einen wissenschaftlichen Konsens anzweifeln und im Gegenzug eine Apologie und Romantisierung der Wehrmacht beabsichtigen. Ein besonderer Fokus soll dabei auf den sogenannten „Fall Barbarossa“, dem Feldzug der Wehrmacht gegen die Sowjetunion, gelegt werden. Auch wenn die Geschichtsforschung eine Schuldfrage der Wehrmacht immer wieder bestätigt hat, halten sich NS-apologetische Erzählungen von einer „sauberen Wehrmacht“standhaft und erzielen große Absätze. Im Rahmen dieser Arbeit wird zu klären sein, in welcher Form Romantisierungen und geschichtsrevisionistische Geschichtsbilder über die Wehrmacht geschaffen wurden, wie stark sie die Nachkriegsgesellschaft prägten und weiterhin in der heutigen bundesrepublikanischen Bevölkerung Anklang finden. Gegenwärtig hat dieses Thema – gerade im Hinblick auf den aktuell in der Gesellschaft grassierenden Umstand der Untergrabung von Faktischem und dem Erstarken von Verschwörungstheorien – eine immense Aktualität und Bedeutung. Berücksichtigt werden muss dabei auch, dass die Neuen Medien wie ein Katalysator für die Verbreitung von geschichtsrevisionistischen Positionen wirken können.

Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil wird zunächst untersucht, seit wann, mit welchem Zweck und in welchen Formen geschichtsrevisionistische Positionen über die Wehrmacht und ihr „Ostfeldzug“gepflegt werden. Im zweiten Teil dieser Untersuchung wird eine geschichtsrevisionistische Literatur auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Dabei soll eine Triftigkeitsprüfung nach dem Modell Rüsens erfolgen. Die Positionen des Geschichtsrevisionisten Stefan Scheil werden dabei auf ihre empirische, theoretische, normative und narrative Triftigkeit untersucht. Gerade im Hinblick auf die Sensibilisierung für Geschichtsrevisionismus im Unterricht und dem exponentiellen Anstieg von Informationen – und damit auch der Diversifizierungvon Erzählungen –, erscheint es von besonderer Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler, über ein Handwerkszeug zur validen Überprüfung und Beurteilung von Narrationen verfügen zu können.

 

Zulassungsarbeit Stefan Rascher: „Der Nationalsozialismus als Thema in der Grundschule. Außerschulische Lernorte als möglicher Zugang zur Thematik für Grundschülerinnen- und Schüler“


Der Nationalsozialismus ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges fester Bestandteil des Geschichtsunterrichts in unseren Schulen. Friedenserziehung, Holocausteducation, oder die Ideologie der Nationalsozialisten sind dabei festgesetzte Ziele, die im Lehrplan der Gymnasien, Realschulen und Mittelschulen definiert sind. Im LehrplanPlus Bayern der Grundschule, ist der Nationalsozialismus hingegen kein Thema. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, mit der Thematik im Lehrplan der Grundschule anzuknüpfen.
Die Arbeit behandelt in einem ersten theoretischen Teil die Möglichkeit des Lernens an außerschulischen Lernorten. Hierbei wird der Außerschulische Lernort aus geschichtsdidaktischer, sowie grundschulpädagogischer Perspektive betrachtet. Des Weiteren werden mögliche Außerschulische Lernorte zur Thematik Nationalsozialismus in den Fokus genommen und auf ihre Eignung als Lernorte für Schülerinnen und Schüler untersucht.
Im zweiten Part des theoretischen Teils soll untersucht werden, inwieweit der Nationalsozialismus Thema an unseren Grundschulen ist. Dies wird anhand einer Umfrage mit Lehrerinnen und Lehrern, sowie einem Interview mit einer Grundschullehrkraft festgestellt und ausgewertet.
Im praktischen Teil der Arbeit steht das NS Dokumentationszentrum München im Fokus. Im pädagogischen Konzept des Dokumentationszentrums sind Führungen ab der vierten Klasse mit im Programm. Damit bildet das Dokumentationszentrum eine Ausnahme. Anhand eines Unterrichtskonzeptes, welches einen Besuch des NS Dokumentationszentrums beinhaltet, sollen die Chancen und Grenzen einer solchen Bildungsstätte für den Unterricht in der Grundschule aufgezeigt werden.

Zulassungsarbeit Tobias Scheurer: "Bildungsreformen in Bayern und Irland: Eine asynchrone Analyse von Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Schulwesens beider Länder im 19. Jahrhundert"


Trotz unterschiedlicher Machtverhältnisse in Staat und Religion liegen klare Gemeinsamkeiten in der Entwicklung des Bildungswesens in Bayern und Irland im frühen bis mittleren 19. Jahrhundert vor. Der religiöse Einfluss, staatliche Ideologien und der Drang nach Unabhängigkeit führen in beiden Ländern zu weitreichenden Bildungsreformen, die nach ihrer Einführung durch jene Umstände weiter verändert werden und deren Grundrisse noch in der Gegenwart zu erkennen sind. Während in Bayern unter König Maximilian I. und seinem engstem Berater Maximilian von Montgelas aufklärerische Reformen und die Aufhebung des Bildungsmonopols der Katholischen Kirche vorangetrieben wurde, ebnet der „Stanley Letter“ in Irland den Weg für ein säkuläres und genormtes Bildungssystem, welches bald im Zentrum des Konflikts der Frage nach Emanzipation der damaligen britischen Kolonie liegen wird. In dieser Zulassungsarbeit wird auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Bildungsreformen beider Länder eingegangen. Vorrangig wird hierbei der Einfluss von kirchlichen Institutionen betrachtet. Welche Reformen und Merkmale der Bildungssysteme sind vergleichbar, vor allem in ihrer belegten Umsetzung? Was für einen Einfluss haben die Herrschaftsformen beider Länder auf die Bildungsgeschichte? Inwieweit lassen sich überlieferte Lehrpläne vergleichen? Jene Fragen sollen im theoretischen und praktischen Teil der Arbeit beantwortet werden. Hürden dieser Arbeit sind die unterschiedliche Quellenlagen beider Länder, die nur eingeschränkte direkte Vergleiche zulassen. Auch deswegen wurde für diese Arbeit ein asynchroner Vergleich gewählt. Während die aufklärerisch geprägten Bildungsreformen und Lehrpläne des frühen bayerischen Königreiches bis 1811 analysiert werden, liegt das Hauptaugenmerk in Irland auf 1831 und den folgenden Jahren, als durch das „National Board of Education“ erstmals ein genormtes Bildungssystem mit Lehrplänen implementiert wird. Im theoretischen Teil der Arbeit wird nach einem kurzen Grundriss der politischen Geschichte beider Länder die Bildungsgeschichte dieser im Vordergrund stehen. Hierbei werden bedeutende Persönlichkeiten des Bildungswesens beleuchtet, sowie die wichtigsten Reformen chronologisch besprochen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei darauf, die Beweggründe für die jeweiligen Wandel in den Bildungssystemen zu analysieren. Ein weiteres Kapitel macht sich zur Aufgabe, die Beziehung zwischen Bildung, Staat und Religion zu analysieren. Bayern und Irland haben in den gewählten Zeiträumen eine mehrheitlich katholische Bevölkerung. Während im Königreich dies auch in der Regierung zum Tragen kommt, ist der Machtapparat in Irland durch die britische Verwaltung protestantisch geprägt. Beide Bildungssysteme entwickeln sich jedoch in ihren folgenden Jahren in eine katholisch dominierte Domäne, was die Machtstellung der katholischen Kirche als Institution neben den Regierungen offenlegt. Abschließend wird unter geschichtsdidaktischer Perspektive das Konzept des Lehrplanes erläutert. Der praktische Teil der Arbeit beschäftigt sich vorrangig mit dem Vergleich von Curricula beider Länder in den gewählten Zeitabschnitten. Vorab wird das methodische Design erläutert, nach dem die Quellen analysiert werden. Aus irischer Perspektive werden hierbei die Berichte des National Board of Education, sowie der Stanley Letter betrachtet. Für Bayern werden die beiden Lehrpläne von Joseph Wißmayr und Friedrich Immanuel Niethammer, sowie das Churbaierische Regierungs und Intelligenzblatt für den Vergleich herangezogen. Vorrangig werden die Lehrpläne beider Länder verglichen, daneben soll aber auch die Anzahl der Schulen und Schüler*innen kontextualisiert werden. Der Vergleich über mehrere Jahre lässt darüber hinaus Schlüsse ziehen, wie erfolgreich sich die neuen Bildungssysteme etablierten.

Sommersemester 2020

Zulassungsarbeit Vesa Spahiu: "Der historische Spielfilm. Propagandawaffe im Nationalsozialismus – Wichtige Quelle im Geschichtsunterricht"

filmauschnitt.goebbelsAudiovisuelle Medien nehmen in unserem Zeitalter einen hohen Stellenwert in allen Lebensbereichen ein. Dazu zählen vor allem Film und Fernsehen, die als Leitmedium in der Publizistik nun schon seit mehr als 60 Jahren eine führende Rolle innehaben. Bedauerlicherweise nehmen audiovisuelle Medien jedoch bisher keinen hohen Stellenwert in der Geschichtswissenschaft ein, teilweise wird ihnen sogar die Quelleneigenschaft gänzlich abgesprochen. Vor allem der historische Spielfilm steht trotz seines Potenzials, ertragreiche Erkenntnisse über die Vergangenheit zu bieten, in der historischen Forschung außen vor. In der Tat stellt seine Fiktionalität ein Problem durch die Willkür bei der Darstellung historischer Fakten dar. Jedoch ist es genau diese Verzerrung der Geschichte, die für den Historiker so wertvoll ist. Geschichtsdarstellungen im historischen Spielfilm weisen nämlich auf mögliche Absichten des Filmproduzenten hin und erlauben somit eine Interpretation des damaligen Geschichtsbewusstseins. Diese Arbeit setzt den Fokus auf den historischen Spielfilm im Zeitalter des Nationalsozialismus.
„Es soll dazu dienen, unsere Macht geistig zu unterbauen und nicht nur den Staatsapparat, sondern das Volk insgesamt zu erobern.“
So beschrieb der Propagandaminister Joseph Goebbels die Hauptaufgabe seines Ministeriums. Das NS-Regime setzte nämlich vor allem auf gute Propaganda, um das Volk für sich zu gewinnen. Eines der größten Propagandamittel war der historische Spielfilm. Im Zusammenhang mit der Instrumentalisierung des Spielfilms erfolgt in der Arbeit eine intensive Auseinandersetzung mit der NS-Filmorganisation, ihren Filminstitutionen und die Rolle Joseph Goebbels‘ hinsichtlich der NS-Filmkontrolle. Diese Thematik stellt schließlich auch die Grundlage für den Praxisteil dar. Am Beispiel des historischen Spielfilms „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ wird das Potenzial des Mediums für den Geschichtsunterricht über den Nationalsozialismus erörtert. Außerdem soll untersucht werden, inwiefern der historische Spielfilm im Rahmen des historischen Lernens neue Perspektiven eröffnet und zu einem ethisch reflektierten Geschichtsunterricht beiträgt.


Zulassungsarbeit Tobias Michal: "Von ‚La Grande Guerre‘ zu ‚Dem Krieg‘. Weltkriegserfahrung und -gedenken in Deutschland und Frankreich im Kontext von Geschichts- und Erinnerungskultur“

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Die beiden Weltkriege haben die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa und weiten Teilen der Welt maßgeblich geprägt. Noch heute erwecken Schlagworte wie ‚Verdun‘ oder ‚Auschwitz‘ in den Köpfen einer Vielzahl von Menschen schlimme Bilder von Leid, Zerstörung und Verlust. Aufgrund der vielfältigen und tiefgreifenden Verstrickung Deutschlands und Frankreichs in die Geschichte der Weltkriege stellen diese insbesondere dort zentrale Aspekte der nationalen Geschichts- und Erinnerungskultur dar. Wenngleich die Erfahrungen der Deutschen und der Franzosen in der Zeit von 1914 bis 1945 in vielerlei Hinsicht eng miteinander verbunden sind, entwickelten sich zahlreiche Unterschiede im Gedenken an die ‚großen‘ Kriege.
Sowohl gesellschaftliche, als auch politische Hintergründe und Motivationen spielten bei der Auswahl, Präsentation und Bewertung von ‚Zu-Erinnerndem‘ eine große Rolle. In Anbetracht ihrer historisch konträren Positionen überrascht es daher kaum, dass die beiden europäischen Nachbarn lange Zeit getrennte Wege beim Erinnern an diesen Teil der Geschichte gingen. Dies zeigt vor allem ein Blick auf die unterschiedliche Gewichtung der beiden Konflikte und deren Manifestierung etwa in Denkmälern, Inszenierungen an Jahrestagen und der Rezeption dieser innerhalb der Gesellschaft.
Die Arbeit soll daher zeigen, wie ungleich sich der Umgang mit der Erinnerung an den Ersten und den Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Frankreich in den Nachkriegsjahrzehnten entwickelte, obwohl sich die konkreten Erfahrungen der Menschen in einigen Feldern nicht wesentlich unterschieden. Ausgehend von einem Überblick über die Kernaspekte deutscher und französischer Kriegserfahrung 1914 bis 1918, sowie 1939 bis 1945 und einer Vorstellung der zentralen Begriffe und Konzepte beleuchtet die Arbeit Gegensätze und Gemeinsamkeiten der Erinnerungskulturen Deutschlands und Frankreichs. Dabei orientiert sich die Untersuchung an den ‚Dimensionen von Geschichtskultur‘ Jörn Rüsens, der dabei eine politische, eine ästhetische und eine kognitive Dimension unterscheidet (vgl. Rüsen, Was ist Geschichtskultur?, S. 3-26.). Diese sind zumeist eng miteinander verbunden und machen erst in ihrem Zusammenspiel die Vielfalt der Geschichtskultur einer Gesellschaft aus. In beiden Ländern zeigen dabei etwa Mahnmale, Gedenkveranstaltungen oder auch die Lehrpläne, dass bestimmten Elementen der Weltkriegsgeschichte von staatlicher, wie auch von gesellschaftlicher Seite bewusst verschieden große Beachtung zuteilwurde. So erfuhren manche Aspekte lange Zeit überhaupt keine Thematisierung, andere hingegen wurden gar zu identitätsstiftenden nationalen Narrativen. Die Hintergründe dieser erinnerungsgeschichtlichen Heterogenität und deren Ausprägung im deutschen und französischen Raum sind äußerst vielschichtig und aufschlussreich im Hinblick auf die Art und Weise des Umgangs mit dem Erbe unserer Geschichte, und stehen daher im Fokus dieser Arbeit.

 

Zulassungsarbeit Gizem Özdemir: „Der Nationalsozialismus in München – Planung einer Exkursion im Rahmen des Geschichtsunterrichts einer Oberstufe Realschule“

holocaustimgunterrichtMünchen war zu der Zeit des Nationalsozialismus als die „Hauptstadt der Bewegung“ bekannt. Heute erinnern zahlreiche Straßen, Plätze und Areale an die Opfer des Nationalsozialismus. In der Zulassungsarbeit werden unterschiedliche Erinnerungsorte als außerschulische Lernorte dargestellt. Hierbei liegt der Fokus der Arbeit auf einer Exkursion bzw. auf einem historischen Rundgang, bei dem verschiedene Stationen mit einer NS-Vergangenheit in Gruppen besucht werden.
Der Theorieteil behandelt neben einer Begriffserklärung „außerschulischer Lernort“ auch verschiedene Formen Erinnerungsorten in München. Hierzu zählen beispielsweiße der Königsplatz, das NS-Dokumentationszentrum oder die Denkstätte der „Weißen Rose“ im LMU Gebäude. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten und Grenzen außerschulische Lernorte für den Geschichtsunterricht haben. Der didaktischer Wert von außerschulischen Lernorten soll anschließend ebenfalls erläutert werden.
Im Mittelpunkt, als praktischer Teil der Arbeit steht die Planung der Exkursion. Die Planung beinhaltet sowohl die Vorbereitungsphase, die Durchführung selbst, als auch die Nachbereitungsphase.

 

Zulassungsarbeit Max Emanuel Riedmüller: "Der Zweite Weltkrieg im gymnasialen Geschichtsunterricht.
Das NS-Dokumentationszentrum als außerschulischer Lernort"

Als „Hauptstadt der Bewegung“ hatte München eine besondere Rolle im nationalsozialistischen Regime. An verschiedenen Orten in der Stadt wird bis heute an die Verbindung zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und dem Nationalsozialismus erinnert. Doch die Erinnerung allein ist keine ausreichende Aufklärung über den Zeitraum 1933 bis 1945 und die darin begangenen Verbrechen des Regimes. Aus diesem Grund existiert seit 2015 in der unmittelbaren Nähe des Königsplatzes das NS-Dokumentationszentrum, das die Rolle der Stadt in den Jahren davor und während der Zeit des totalitären Regimes präsentiert. Es ermöglicht die Erinnerung an die Herrschaft der Nationalsozialisten und informiert durch eine Vielzahl an Quellenmaterialien Besucher aus der ganzen Welt. Der historische Ort am Königsplatz, der seine Bedeutung durch das damalige, dort zu verortende Parteienviertel erhält, verbindet die Informationen mit dem historischen Alltag während des Dritten Reichs.

Die Thematik nimmt im bayerischen Lehrplan eine besondere Rolle ein. Gerade für Klasse in und um München empfiehlt es sich, verschiedene Orte der Stadt mit nationalsozialistischem Hintergrund zu besuchen. In der Zulassungsarbeit soll das NS-Dokumentationszentrum als historischer Ort und Ziel einer Schulexkursion für gymnasialen Schulklassen beleuchtet werden.
Dabei wird die Arbeit in drei Teile untergliedert werden. Zunächst soll kurz auf die Entstehung des Dokumentationszentrum eingegangen werden. Dabei spielt vor allem die Auseinandersetzung der Bundesrepublik mit dem Regime eine zentrale Rolle. Dieser Teil der Arbeit dient dem Leser zur allgemeinen Einführung in die Thematik.
Im anschließenden theoretischen Teil sollen fachdidaktische Prinzipien außerschulischer Lernorte sowie die Exkursionsdidaktik thematisiert werden. Hierbei wird das pädagogisch- didaktische Angebot des NS-Dokumentationszentrum in den Fokus gerichtet. Erklärung bedarf der fachliche Unterschied zwischen einem Dokumentationszentrum und einer Gedenkstätte sein. Ebenso wird die Nähe zum historischen Ort des Königsplatz und dessen Bedeutung für das historische Lernen thematisiert.
Den zentralen Abschnitt der Arbeit nimmt die praktische Auseinandersetzung in Form einer Exkursionsplanung ein. Dabei wird der Zweite Weltkrieg thematisch den Kern bilden. So werden in dieser Arbeit die im NS-Dokumentationszentrum vorhandenen Quellen zum Zweiten Weltkrieg didaktisch analysiert und in Arbeitsaufträge integriert. Der thematische Schwerpunkt soll durch verschiedene Annäherungsversuche intensiv dargestellt werden. So soll einerseits der Alltag in München während des Krieges den SuS zugänglich gemacht werden. Andererseits wird auch auf die Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten eingegangen und deren Umgang mit Oppositionellen und Gefangenen. Ein letzter Gesichtspunkt soll nun der Widerstand während des Krieges darstellen. Die zentralen Leitfragen dabei sind: „In welcher Form war Widerstand möglich?“, „Gab es Fälle von Zivilcourage?“. Diese drei Aspekte (Alltag im Krieg, Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten und Widerstand/Zivilcourage) sollen den SuS ein breiteres Bild vom Krieg geben. Durch die Fokussierung auf die Stadt München soll den SuS die Bedeutung des Zweiten Weltkrieges nähergebracht werden. Auf lokalgeschichtlicher Ebene werden von den SuS Quellen zu relevanten Orten bearbeitet und mit Berichten von der Front verglichen. Dadurch sollen die SuS ein differenzierteres Bild vom Krieg bekommen.

 

Wintersemester 2019/2020

 Zulassungsarbeit Natali Amft: „Personalisiert oder personifiziert –Martin Luther im Geschichtsunterricht“

martin.luther (2)Martin Luther - Augustinermönch, Priester, Theologieprofessor - brachte 1517 mit seinem Thesenanschlag die Reformation ins Rollen. Sein Ziel, die Kirche zu erneuern, führte zur Spaltung der römisch-katholischen Kirche und seine Bibelübersetzung prägte die Entwicklung der deutschen Sprache entscheidend mit.

Über 500 Jahre nach der Reformation ist Luther weiterhin fester Bestandteil des Lehrplans für bayerische Mittelschulen. Die Zulassungsarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Luther in der Geschichtskultur und im Unterricht dargestellt wird.
Im ersten Teil dieser Arbeit werden die Begriffe „personalisierend“ und „personifizierend“ in Bezug auf den Geschichtsunterricht definiert. Lange Zeit wurden historische Gegebenheiten personalisiert, also an großen Persönlichkeiten (zum Beispiel Friedrich der Große, Martin Luther und Bismarck) orientiert, im Unterricht behandelt, dadurch wird Geschichte konkret und anschaulich. In den 1970er Jahren wurde in der Geschichtsdidaktik dem personenorientierten Ansatz die Personifizierung gegenübergestellt. Dieses Konzept verwendet Einzelschicksale als Ausgangspunkt für allgemeine Darstellungen und soll zu einer kritischen Auseinandersetzung und einem reflektierten Umgang mit Geschichte führen. Anschließend werden die Epochen erläutert, die laut den Lehrplänen für bayerische Mittelschulen zu behandeln sind.
Im Hauptteil der Arbeit liegt der Fokus auf Martin Luther. Zunächst wird ein Überblick über sein Leben gegeben und nachfolgend sein Werk und sein Wirken bis in die Gegenwart beschrieben. Eine Google-Abfrage „Martin Luther“ liefert mehr als eine halbe Milliarde Einträge und dokumentiert die Bedeutung Luthers und das Interesse an seiner Person. Straßen, Kirchen, Organisationen und Schulen sind nach ihm benannt, Bücher und Comics wurden verfasst, Dokumentar- und Kinofilme wurden gedreht. Mit „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ wurde ein Höhepunkt erreicht, es gab sogar ein Pop-Oratorium ihm zu Ehren.
Im letzten Teil wird mit Hilfe selbstdesignter Buchseiten, eines Filmes und eines Comics eine fachübergreifende Unterrichtseinheit für die sechste Klasse konzipiert. Anhand des Artikulationsschemas werden die eingesetzten Methoden und Materialen didaktisch erklärt und begründet sowie auf die Frage eingegangen, ob diese Unterrichtssequenz dem Konzept der Personalisierung oder Personifizierung folgt.

 

Zulassungsarbeit Alana Szelinski: Graphic Novel als Medium historischen Lernens. Visuelle Geschichtserzählung anhand des Tagebuchs der Anne Frank.

graphic novel - anne frankGraphic Novel ist eine Bezeichnung, über die in den vergangenen Jahren kontrovers diskutiert wurde und für die es keine endgültige Definition gibt. Die erste Verwendung des Begriffs Graphic Novel im Jahre 1978 steht im Zusammenhang mit dem Buch „A Contract with God“ von Will Eisner. Er wollte mit der Verwendung des Begriffs verdeutlichen, dass etwas anderes zu erwarten sei, als von seinen bis dato erschienenen Comics. Kritiker führen jedoch an, dass der Begriff lediglich eine Marketingstrategie sei, um herkömmliche Comics, die oft als kindisch gelten, anspruchsvoller darzustellen und so teurer verkaufen zu können.
Allgemein gilt, dass Graphic Novels eine literarische Gattung der Comics sind, jedoch längere, komplexere Geschichten umfassen, die mit Romanen vergleichbar sind. Sie unterscheiden sich von klassischen Comics darin, dass sie eben nicht auf eine serielle Erscheinungsweise angelegt sind, sondern klassisch narrative Muster beinhalten.
In den achtziger Jahren ebnete eine heute noch sehr bekannte Graphic Novel den Weg für die Anerkennung des Comics als ernstzunehmende Kunstform. Art Spiegelmans „Maus“ ist ein autobiographisches Werk, das den Nationalsozialismus und Holocaust behandelt. Kritiker stellten damals die Frage, ob Comics eine angemessene Form seien, sich diesem Thema zu nähern. Doch die Art und Weise der Aufarbeitung der Geschichte durch Art Spiegelman führte dazu, dass die Anzahl der Graphic Novels zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen ist. Aktuelle Beispiele hierfür sind die Graphic Novels „Bonhoeffer“ von Moritz Stetter, „Die Suche“ von Eric Heuvel oder „Der Boxer“ von Reinhard Kleist.

Im Lehrplan der Mittelschule für das Fach Geschichte hat die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust einen hohen Stellenwert und bietet viele Freiräume für die Vermittlung des historischen Inhalts.
In dieser Hausarbeit wird deshalb die Graphic Novel „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Ari Folman und David Polonsky in Bezug auf historisches Lernen analysiert und auf Einsatzmöglichkeiten im Geschichtsunterricht untersucht.
Im ersten Teil der Arbeit wird die theoretische Grundlage für die Auseinandersetzung mit diesem Thema gelegt. Neben der Begriffsklärung und Einordnung in die Medienlandschaft soll hierbei auch die Lernrelevanz von Graphic Novels skizziert werden. Darauf aufbauend werden Chancen und Grenzen des Mediums erarbeitet, fachdidaktische Kategorien historischen Lernens erläutert und anhand exemplarischer Beispiele aus anderen Graphic Novels unterstützt.

Im Hauptteil der Arbeit, dem Praxisteil, wird ein Kapitel der Graphic Novel „Das Tagebuch der Anne Frank“ exemplarisch analysiert und deren Lernrelevanz für den Geschichtsunterricht an der Mittelschule aufgezeigt. Dies geschieht anhand eines vorher erarbeiteten und festgelegten Kriterienkatalogs. Anhand dieser Analyse werden Chancen und Grenzen der speziell untersuchten Graphic Novel für historisches Lernens herausgearbeitet und die Einsatzmöglichkeiten im Geschichtsunterricht verdeutlicht.

Sommersemester 2019

Zulassungsarbeit Philip Werthmüller: "Der Einsatz von Ego-Dokumenten im Geschichtsunterricht. Entwurf eines Schülerprojekts zur Bedeutung von Krieg und Frieden"

wertmueller„(…) Das Gehirn des Menschen ist nicht fähig die Unmenge des Elends, der Pein, die un-menschlichen Schmerzen, die Angst und Verzweiflung zu fassen, die hier durchlebt und ertra-gen werden müssen. Augenblicklich wird etwas wachgerüttelt in mir, was vordem nur leise, ganz selten, und immer wieder verdrängt sich jetzt zur großen Frage erhob: „Warum dies al-les, wozu denn überhaupt, für wen denn eigentlich? (…) Wer hat denn wem überhaupt etwas getan, kein einziger Russe hat mir in meinem Leben etwas zuleide getan, noch habe ich einem Russen vordem etwas zugefügt?“ Trotzdem gehen wir aufeinander los, als wäre der Gegen-über einer, an dem es die schlimmste Schandtat zu rächen gebe. Es sind hier nur Augenblicke, die Raum für solche Gedanken gewähren, die Zeit fordert Handeln. (…)“

Mit diesen Worten rekonstruiert der damals 19-jährige, frisch ausgelernte Molkereigeselle Hermann Herkel (geb. 26.04.1924; gest. 9.07.1989) aus Dallau im Elztal eindrücklich seine Erfahrungen vom 5. Juli 1943 an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg.

Die autobiographischen Aufzeichnungen, die von seiner Familie erst nach seinem Tod ent-deckt wurden, zeichnen ein Bild eines jungen Mannes, der im Jahr 1942 durch den Einzug in die Wehrmacht aus seinem Dorf und seiner Familie gerissen und mitten hinein in sinnlose Kampfhandlungen an der Ostfront geworfen wurde. Sein Lebenslauf mit Fronteinsatz, russi-scher Kriegsgefangenschaft und Heimkehr nach Deutschland im Jahr 1949 kann exemplarisch für eine ganze Generation (junger) deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg angesehen wer-den.

Auch vor dem Hintergrund der sich dezimierenden Zahl von Zeitzeugen des Weltkrieges, können autobiographischen Aufzeichnungen wie diese authentische und bisher eher wenig beachtete Eindrücke von Kriegserfahrungen liefern, zum forschenden Lernen anregen und den Konstruktionscharakter von Geschichte offenbaren. Dennoch birgt ein Einsatz solcher Quellen im Geschichtsunterricht einige Schwierigkeiten für Lehrer wie auch für Schülerinnen und Schüler. Wie lassen sich also Ego-Dokumente gewinnbringend im Geschichtsunterricht einsetzen?

Um diese Frage zu beantworten wird in dieser Arbeit in einem ersten Teil eine fachdidakti-sche Analyse durchgeführt. Die Quellengattung der Ego-Dokumente wird dabei definiert, von anderen Schriftquellen abgegrenzt und bzgl. ihres Quellenwerts sowie auf Besonderheiten im Umgang gerade mit Aufzeichnungen unbekannter Personen hin untersucht. Außerdem soll anhand einer Schulbuchanalyse geklärt werden, welche Bedeutung Ego-Dokumente für den Schulunterricht besitzen.

Im praktischen Teil der Arbeit wird der Themenkomplex Ego-Dokumente beispielhaft anhand der vorliegenden Autobiographie Hermann Herkels in eine konkrete Unterrichtssituation ein-gebunden. Hierfür wird im Anschluss an eine Quelleninterpretation und der Überprüfung der geschilderten Ereignisse auf historische Korrektheit eine Projektarbeit für die 9. Klasse des Gymnasiums entworfen, in der sich die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Quellenauszü-gen ein Bild von den Kriegserfahrungen Hermann Herkels verschaffen sollen. Besonderer Augenmerk soll hier auf eine Reflexion über die Bedeutung von Krieg und Frieden – durch-aus auch in der heutigen Zeit – gelegt werden.

 

Zulassungsarbeit Simon Bachmaier: Der Einsatz numismatischer Sachquellen im Geschichtsunterricht der Mittelschule. Wie kann man mit Münzen im Geschichtsunterricht Kompetenzen fördern am Beispiel des Aureus „AEGYPO CAPTA“.

Texte in Form von Sekundärliteratur haben im regulären Geschichtsunterricht einen hohen Stellenwert und werden dort auch in großer Anzahl für den Erkenntnisgewinn genutzt. Doch gibt es weit mehr Möglichkeiten Schülerinnen und Schülern den Zugang zu historischen Wissen und Vorgängen zu erleichtern. Sekundärliteratur bildet nämlich erst das Ergebnis von Quellenauswertungen durch Historiker und Archäologen.

Diese primären, durch Fachleute analysierte Materialien sind oft dinglicher Natur und treten im Unterricht gerne zurück. Solche Gegenstände bezeichnet man auch als Sachquellen. Sachquellen haben ihren speziellen Wert darin, dass sie Überreste der vergangenen Gegenwart darstellen und oftmals als Alltagsgegenstände genutzt wurden. Besonders waren und sind Münzen der Alltagsgegenstand schlechthin. So ist es durchaus ratsam, diese für das Erhalten von historischer Information zu nutzen.

Die Zulassungsarbeit beschäftigt sich mit oben genannten Materialien der Vergangenheit im Hinblick auf ihren historischen Wert und wie diese in den geschichtlichen Unterricht eingebettet werden können.

In einem behelfsmäßigen theoretischen Teil wird sich eingehend mit der Sachquelle, speziell dem Metallgeld beschäftigt. Es wird dort eine Quellendiskussion stattfinden, in der die Kategorien der einzelnen Sachquellen unterschieden und definiert werden. Des Weiteren wird der Quellenwert selbiger in Abgrenzung zu anderen Gattungen wie Text- und Bildüberresten anhand differenzierter Aspekte durchgeführt. Zudem wird erläutert, wie das Geschichtsbewusstsein durch die geschichtskulturelle Auseinandersetzung mit numismatischen Sachquellen gefördert werden kann.

Speziell um den Umgang mit antikem Münzgeld im Unterricht umsetzen zu können muss ein Exkurs über die Entstehung und Entwicklung von Münzen geschehen. Deshalb wird in der vorliegenden Arbeit eine kurze Geldgeschichte von den Anfängen der Münzprägung bis zur römischen Kaiserzeit gegeben sein, denn Münzen bzw. Gegenstände im Allgemeinen sind immer aus ihrem historischen Kontext heraus zu untersuchen. Diese Arbeit unternimmt heutzutage der Numismatiker. Um den im Unterricht benutzten Gegenstand einsetzen zu können bedarf es nicht nur einem Überblickswissen, sondern auch Kenntnis über den Aureus selbst, so wird dieser auch in angemessenem Rahmen vorgestellt.

Anschließend spielt der Geschichtsunterricht eine größere Rolle. In diesem Kontext wird auf den Kompetenzerwerb eingegangen, ebenso wie auf zu verwirklichende Unterrichtsprinzipien, die durch den Einsatz geschichtlicher Überreste ermöglicht werden können. Abschließend wird, für die vorher analysierte Münze exemplarisch eine unterrichtspraktische Umsetzung vorgestellt.

 

Zulassungsarbeit Sarah Malkemper: „Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Beispiel Weiße Rose. Gedenken am Erinnerungsort Ludwig-Maximilans Universität als außerschulischer Lernort.“

lmu.weiße.roseDie Ludwig-Maximilans Universität als Ort des wahren Geschehens. Durch eine Vielzahl an Denkmälern und die neu gestaltete DenkStätte direkt am Lichthof, stellt die Ludwig-Maximilians Universität im Herzen von München einen Erinnerungsort für die „Weiße Rose“ dar. Dieser Erinnerungsort erinnert uns heute noch an die Taten und Folgen des Nationalsozialismus und den Widerstand der Gruppe „Weiße Rose“. Er bietet eine Möglichkeit sich mit vergangenen auseinanderzusetzen, an einem Ort, der heute, wie damals, einen Ort des Alltags tausender Menschen bildet.

Der wahre Ort des damaligen Geschehens bietet einen wahren Zugang zur Geschichte und eine bildliche Vorstellung wird ermöglicht. Durch die modern gestaltete DenkStätte haben Besucherinnen und Besucher einen freien Zugang zu Informationen über die Weiße Rose Bewegung. Außerhalb dieser DenkStätte gibt es weitere Denkmäler und besondere Orte zu betrachten.

In der Hausarbeit wird auf den Erinnerungsort Ludwig-Maximilians Universität als außerschulischer Lernort eingegangen. Dabei steht im Mittelpunkt der Arbeit eine Exkursion, diese Exkursion soll den Schülerinnen und Schülern einen anderen Blick auf den Erinnerungsort ermöglichen. Es werden scheinbar unsichtbare Denkmäler und Orte entdeckt und anhand dieser Orte werden neue Zugänge zur Geschichte der „Weißen Rose“ geschaffen. Dabei im Fokus steht die Frage nach dem Widerstand der Weißen Rose Bewegung. War es Mut oder doch Leichtsinn sich öffentlich gegen das NS-Regime zu stellen? Außerdem stellt sich die Frage was uns die Weiße Rose heute noch zu sagen hat.

Im Theorieteil wird auf den Begriff „außerschulischer Lernort“ eingegangen, dabei werden unterschiedliche Lernorte differenziert und Chancen und Grenzen außerschulischer Lernorte beschrieben.
Im Anschluss werden wichtige Begriffe wie Täter und Opferort oder auch Emotionalität beleuchtet, bevor explizit auf den Erinnerungsort Ludwig-Maximilians Universität eingegangen wird. Unter dieser Betrachtung wird auch der Unterrichtsgang zum Erinnerungsort beschrieben.

Dem Mittelpunkt der Hausarbeit stellt der praktische Teil dar, dieser praktische Teil beschäftigt sich mit der Planung der Exkursion. In dieser Planung werden fachdidaktische Prinzipien und der Lehrplanbezüge berücksichtigt.

Zwei Leitfragen sollen die Schülerinnen und Schüler durch die Exkursion begleiten. Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Mut oder Leichtsinn? Und was hat uns die „Weiße Rose“ heute noch zu sagen? Um auf die Fragen eine mögliche Antwort zu bekommen durchlaufen die Schülerinnen und Schüler am außerschulischen Lernort verschiedenste Stationen an denen sie jeweils neue Informationen sammeln und reflektieren können. Dabei wird bei der Exkursion ein besonderes Augenmerk auf den Faktor der Emotionalität gelegt. Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag durch ein Lerntagebuch. Dieses Lerntagebuch dient über den Tag als Sicherung des Erlebten und bietet im Anschluss der Exkursion eine Möglichkeit die eigene Meinung zu festigen.

Die verschiedenen Stationen werden durch unterschiedlichste Quellen begleiten, dabei werden moderne und altertümliche Quellen verwendet.

Zum Abschluss der Hausarbeit werden weitere Gedenkorte in München erläutert, wie der Justizpalast oder das NS-Dokumentationszentrum.

 

Sommersemester 2018

Zulassungsarbeit Markus Stiegler: "Der Holocaust im Geschichtsunterricht der Mittelschule. Das NS- Dokumentationszentrum als außerschulischer Lernort"

holocaustimgunterrichtMünchen ist als Gründungsort der NSDAP eng mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus verbunden. Seit dem 1.Mai 2015 hat die Stadt nun auch ihren eigenen Lern- und Erinnerungsort, der an die verbrecherischen Taten der Nationalsozialisten erinnert und sich mit ihren Ursachen, Ausprägungen und Folgen, bis in die Gegenwart hinein beschäftigt – das NS-Dokumentationszentrum. Es wurde auf dem ehemaligen Platz des „Braunen Hauses“ (Parteizentrale der NSDAP) in direkter Nähe zum Königsplatz errichtet. Anhand einer Dauerausstellung kann man in die Geschichte des Nationalsozialismus in München eintauchen und sich mit
der besonderen Rolle, die die Stadt im System der NS- Diktatur gespielt hat auseinandersetzen.

In die Hausarbeit wird das Dokumentationszentrum als außerschulischer Lernort eingebunden und auf die jeweiligen Nutzungsmöglichkeiten hinsichtlich schulischer Belange untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Schulart "Mittelschule".
In diesem Zuge wird in einem anfänglichen Theorieteil allgemein auf außerschulische Lernorte eingegangen. So kommt es unter anderem zu einer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kategorien außerschulischen Lernens und auch Vorzüge und Grenzen dieser unterrichtlichen Möglichkeit werden aufgezeigt. Anschließend findet das NS- Dokumentationszentrum Beachtung. Eine Einordung in den vorher geschaffenen fachdidaktischen Kontext unter Beachtung des Ausstellungskonzepts ist das Ziel. Zusätzlich findet auch der besondere historische Standort des Zentrums Anklang.
Das Hauptaugenmerk liegt dann auf der im zweiten Teil folgenden praktischen Analyse. An oberster Stelle steht die Leitfrage „Was bedeutet Ausgrenzung?“ Dieser Frage sollen sich die Schüler unter drei Gesichtspunkten nähern. Wie ist das NS- Regime mit der jüdischen Minderheit zur damaligen Zeit umgegangen und was können diese Vorgänge noch heute für die Schüler bedeuten? Wo finden in unserer heutigen Gesellschaft Ausgrenzung und Diffamierungen jeglicher Art statt und was können wir daraus für die Zukunft lernen? Diesbezüglich werden im weiteren Verlauf thementaugliche Materialien aus dem NS- Dokumentationszentrum (Bilder, Filme, …) ausgewählt und im Hinblick auf ihre Passung für den Geschichtsunterricht an der Mittelschule bewertet. Vordergründig geht es hierbei um die möglichen erreichbaren Ziele und um konkrete Arbeitsaufträge, welche an die Schüler gestellt werden können.

 

Wintersemester 2017/2018


Bachelorarbeit Julian Piper: "Geschichten des Widerstands. Erinnerung an die Weiße Rose am Beispiel des Geschwister-Scholl-Preises"

geschwisterschollpreisSeit 1980 wird in der Stadt München der Literaturpreis „Geschwister-Scholl-Preis“ verliehen. Es wird ein Buch prämiert, das im Jahr der Zeremonie oder im Jahr davor erschien und "…im weitesten Sinn an das Vermächtnis der Geschwister Scholl erinnert…"

In der Bachelorarbeit wird der Frage nachgegangen, wie der Geschwister-Scholl-Preis als Institution des Erinnerns an die Weiße Rose, und dadurch an den Nationalsozialismus in seiner Breite, erinnert. Das geschieht einerseits durch die Jury-Auswahl der prämierten Werke und andererseits auf der Ebene der Zeremonie selbst, in ihren Reden.

In einem einleitenden Kapitel gilt die besondere Aufmerksamkeit der Verbindung von Erinnerung und dem Medium Buch, welches erstes Objekt der Untersuchung ist. Nach einer Einführung in die Rezeptionsgeschichte der Weißen Rose hin zur Initiierung des Preises, wird im Teil des theoretischen Unterbaus eine Kategorisierung der ausgezeichneten Werke vorgenommen und neben einen Diskurs über den Preis und seine Intentionen gestellt. Es lassen sich zeitliche Strukturen und Brüche in den ausgezeichneten Werken erkennen, die den Erinnerungsdiskurs widerspiegeln.

In einer qualitativen Analyse, im praktischen Teil, werden schließlich zwei prämierte Werke, eines aus der Anfangszeit des Preises und eines aus der heutigen Zeit, ausgesucht, gegenübergestellt und anhand eines erarbeiteten Fragenkatalogs untersucht. Zwei wesentliche Fragen dieser Arbeit sind: Wie verändert sich das Erinnerungsnarrativ? Wie ist diese Veränderung von gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt?

In einem abschließenden, reflektierenden Kapitel soll die Zeremonie der Preisverleihung und die Reden (Ansprachen, Laudatio, Dankesrede) in den Blick genommen werden. Gehen die Redner auf die im vorherigen Kapitel erarbeiteten Aspekte ein? Welche Aspekte wurden von der Jury hervorgehoben? Welche wurden nicht berücksichtigt und warum?

Die Fragen nach der Abstraktion des Begriffs des Widerstands der Weißen Rose und dessen Anwendung auf die heutige Zeit, begleiten diese Arbeit.


Zulassungsarbeit Maximilian Richter: "Darstellung und Vermittlung von Geschichte in der 'Total War'-Reihe"

richter_zulaDie neuen Medien spielen eine immer wichtigere Rolle in der Gesellschaft und im Leben des Einzelnen und auch die Forschung befasst sich nun schon seit einiger Zeit mit ihnen. Die Videospielbranche dagegen hat bisher in der Forschung noch nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie in der breiten Masse bereits genießt. Schon 2007 überstiegen die Einnahmen aus dem Videospielmarkt die der Musikindustrie weltweit und durch Jahre stetigen Wachstums hat die Videospielindustrie inzwischen die Spitzenposition unter den neuen Medien eingenommen.

Viele dieser digitalen Spiele verarbeiten auf irgendeine Art und Weise Geschichte, weswegen es auch für Historiker und Lehrer immer wichtiger wird sich mit diesem Medium auseinanderzusetzen. Deshalb soll diese Arbeit anhand eines Beispiels den Fragen nachgehen, wie Geschichte in digitalen Spielen vermittelt wird, ob „historische“ Videospiele ihrem Anspruch gerecht werden und welche Wirkung solche Spiele auf ihre Rezipienten haben.

Im ersten Teil der Arbeit soll die theoretische Grundlage für die weiterführende Auseinandersetzung mit dem Thema gelegt werden. Hierbei gilt es digitale Spiele zu definieren, zu kategorisieren und in die Medienlandschaft einzuordnen. Auch ein kurzer Überblick über die Geschichte der digitalen Spiele wird hier gegeben werden.
Anschließend soll auf Videospiele mit historischem Hintergrund eingegangen werden, wobei deren Verbreitung sowie deren Chancen und Grenzen im Bereich der Darstellung und Vermittlung von Geschichte im Allgemeinen untersucht werden.

Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse eines speziellen historischen Videospiels. Als Untersuchungsgegenstand dient hier der letzte Ableger mit historischem Setting aus der „Total War“-Reihe: „Total War: Attila“. Nach einer knappen Vorstellung der „Total War“-Reihe, soll zunächst die Bewerbung des Spiels auf Versprechen hinsichtlich der Darstellung von Geschichte im Spiel untersucht werden. Daran knüpft direkt eine qualitative Analyse des Spiels nach Adam Chapmans Modell an. Dabei ist es aufgrund der Auftrennung des Spiels in einen Kampagnen- und einen Schlachtenmodus nötig diese beiden Teile einzeln zu betrachten. Zuerst wird hierfür eine Überblicksanalyse der beiden Spielmodi vorgenommen, die im Anschluss daran anhand jeweils eines ausgewählten Beispiels genauer analysiert werden. Nach dieser Analyse wird noch einmal ein Rückbezug auf die Bewerbung genommen.

Im letzten Teil der Arbeit wird die Wirkung des Spiels auf seine Spieler und umgekehrt untersucht. Dies soll mithilfe einer Forenanalyse bewerkstelligt werden. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf dem historischen Anspruch an das Spiel und der Dekonstruktion des Spiels durch die Spieler. Anhand der Ergebnisse aus der Spiel- und Forenanalyse sollen abschließend die Chancen und Grenzen der Geschichtsvermittlung in der „Total War“-Reihe erörtert werden.

(Zum Schluss sollen die Ergebnisse der Untersuchung noch einmal in Hinblick auf die Chancen und Grenzen von Geschichtsvermittlung in digitalen Spielen im Allgemeinen zusammengefasst werden.)

 

Sommersemester 2017

Zulassungsarbeit Dominik Benesch: "'Do You Hear The People Sing?' – Geschichtsvermittlung im Musical"

Cover BeneschOb Phantom der Oper, König der Löwen oder Starlight Express – Musicalproduktionen locken auch in Deutschland immer wieder Besucher in die Theater und begeistern sie mit ihrer Verbindung aus mitreißenden Geschichten, ergreifender Musik und einer packenden Bühnenshow. Das Musical ist bekanntlich eine genuin amerikanische Kunstform, die ihren Anfang im frühen 20. Jahrhundert in New York nahm. Mit der Deutschland-Premiere von Andrew Lloyd Webbers Musical-Hit Cats im Jahr 1986 wurde diese Gattung allerdings auch hierzulande beliebt und sorgte sowohl für die Verbreitung der gefeierten Broadway-Klassiker als auch für deutsche Eigenproduktionen. Zudem existieren mittlerweile auch viele Musicalfilme sowie Audio- und Videoaufnahmen von Bühnenfassungen, welche sich bei Kinobesuchern sowie Musical-Fans wachsender Beliebtheit erfreuen.

Nicht selten thematisieren Musicals vor allem historische Personen oder Ereignisse – mit Elisabeth, Rudolf – Affaire Mayerling, Evita und Les Misérables sei nur eine kleine Auswahl derartiger Produktionen genannt. Aufgrund der breiten Öffentlichkeit, die Musicals mitunter erreichen, soll diese Arbeit der Frage nachgehen, welchen Beitrag solche Insze-nierungen zur Vermittlung von Geschichte liefern können. Ebenso soll untersucht werden, auf welche Weise geschichtliche Inhalte dabei jeweils vermittelt werden und welchen Ein-fluss Musicalinszenierungen – ob auf der Bühne oder in ihren Filmfassungen – damit auf den Rezipienten haben.

Im ersten Teil der Arbeit wird der Fokus auf der Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen zum Musical liegen. Neben dem Versuch einer Definition dieser Kunstform soll hierbei auch ihre Geschichte (vor allem) im deutschsprachigen Raum skizziert werden. Zudem werden in diesem Zusammenhang auch Abgrenzungen innerhalb der Gattung und Unterschiede zwischen den Bühnen- und Filmfassungen von Musicals erörtert werden. Des Weiteren soll die Rolle der Musik bzw. der Lieder bei der Geschichtsvermittlung sowie die Frage nach der Emotionalisierung im Musical in den Mittelpunkt gestellt werden.

Im praktischen Teil der Arbeit wird ein analytischer Vergleich der Geschichtsvermittlung in mehreren Musicals erfolgen. Um hierfür eine möglichst breit angelegte Analysebasis zu schaffen, werden dazu die vier bereits genannten Musicals mit historischen Sujets herange-zogen werden. Sie beschäftigen sich zwar mit unterschiedlichen historischen Persönlich-keiten und Epochen, sind aber dennoch hinsichtlich bestimmter Aspekte miteinander ver-gleichbar und auch entweder als Bühnen- oder Filmfassung auf DVD verfügbar. In Bezug auf Evita und Elisabeth sollen die jeweiligen Erzählfiguren näher in den Blick genommen werden und ihre Rolle in der Geschichtsvermittlung untersucht werden. Anschließend wird hinsichtlich aller vier Musicals beleuchtet werden, auf welche Weise in dieser Gattung politischer Protest dargestellt werden kann. Die Untersuchung der Rolle der Musik soll dabei jeweils stets punktuell miteingebunden werden.

Abschließend sollen die Chancen und Grenzen von Geschichtsvermittlung durch Musicals zusammengefasst werden.


Wintersemester 2016/2017

Bachelorarbeit Johanna Brüssermann: "Das Museum als Lernort und Arbeitsblätter im Museum"HdK_Archiv_Galerie_Petzi__630x345_02

In der Bachelorarbeit „Das Museum als Lernort und Arbeitsblätter im Museum“ werden vom Haus der Kunst zur Verfügung gestellte Arbeitsblätter „Das Haus der Kunst – Vom Nationalsozialismus bis heute“ über eine Dauerausstellung in der ArchivGalerie theoretisch und praktisch, allerdings nicht empirisch, untersucht. Die Leitfrage dazu ist, ob Schüler durch Arbeitsblätter in der Lage sind, Output zu geben und eigene Erfahrungen zu narrativieren.

Die Arbeit ist in zwei Teile geteilt: ein theoretischer Unterbau, der sich mit den historischen Grundlagen von Museen beschäftigt, in welchem das Museum als Lernort charakterisiert wird und das Lernen mit Arbeitsblättern in Museen hinterfragt wird. Als letztes wird in diesem Teil das strukturanalytische Modell der sieben Dimensionen des Geschichtsbewusstseins von Hans-Jürgen Pandel vorgestellt, das eines der wichtigsten Bestandteile der Auswertung sein wird.

Im praktischen Teil werden die Arbeitsblätter anhand eines vorher festgelegten Kriterienkataloges analysiert. Zuerst werden die Arbeitsblätter für sich, ohne den Ausstellungszusammenhang untersucht, da so besonders die einzelnen Fragestellungen in den Vordergrund gerückt werden können. Zweitens wird die Ausstellung, mit Blick auf die Arbeitsblätter, in Hinblick auf ihr didaktisches Potential, ausgewertet. Wichtig ist dabei insbesondere, inwieweit die Ausstellung in Verbindung mit den Arbeitsblättern geeignet ist, das Geschichtsbewusstsein der Schüler zu fördern.

 

Bachelorarbeit Alwine März: "Untergang des Nationalsozialismus' in der Geschichts-und Erinnerungskultur. Vergleichende Studie zwischen Zeitzeugenberichten und filmischer Darstellung"

Cover-BildTraudl Junge, eine ehemalige Sekretärin Hitlers, schreibt in ihrem Erinnerungsbericht, dass sie das Bild eines

„menschlichen, verständnisvollen [...] Führers [hatte] [...] [u]nd gerade die Kenntnis dieser seiner gefühlvollen, harmlosen, privaten Seite [...] machte es so schwer, den bösen Geist zu erkennen, der dem Genie innewohnte“ (Junge: Bis zur letzten Stunde, S. 130).

Die Regisseure Oliver Hirschbiegel und Bernd Eichinger versuchten mit ihrem Film „Der Untergang“ (2004) die letzten Tage im Führerbunker zu skizzieren. Dabei fokussierten sie sich sehr stark auf die Person Hitlers, die nicht nur als Luzifer in persona, sondern entsprechend obiger Zeitzeugenaussage erstmalig auch als „Mensch“ mit fürsorglichen Facetten gezeigt wird. Die Frage, die sich daraus ergibt ist, ob die Filmemacher eine authentische Führerpersönlichkeit auf die Leinwand bringen oder nicht.

Um Antworten zu finden, wurde in der Arbeit in zwei Schritten vorgegangen: zunächst galt es auf multiperspektivischer Ebene, unterschiedliche Zeitzeugenaussagen zu analysieren, die Hitlers Tiefendimension erfassen lassen, um diese anschließend mit der filmischen Interpretation zu vergleichen. Neben der Re-Konstruktion der Vergangenheit mittels verschiedener Quellen, tritt im zweiten Teil der Arbeit im Sinne des FUER-Modells Waltraud Schreibers die De-Konstruktionskompetenz zum Vorschein, die im Falle einer bereits vorhandenen Rekonstruktion herangezogen werden muss. Ziel war es exemplarisch-vergleichend vorzugehen, indem ausgewählte Filmausschnitte mittels bestimmter Untersuchungskriterien dekonstruiert und zu den zeitgenössischen Aussagen aus dem ersten Teil in Beziehung gesetzt wurden, um letztlich aussagen zu können, ob eine Übereinstimmung vorhanden ist oder nicht.

Die Studie hat gezeigt, dass die filmische Entmythologisierung Hitlers mit den Zeitzeugen­berichten in Kongruenz steht und die Filmemacher ihrem Authentizitätsanspruch weitgehend nachkamen.

 

Zulassungsarbeit Sabine Schneeberger: "Geschichte im Film - Ein Vergleich des Musicals "Elisabeth" und der Sissi-Trilogie"

elisabeth coverbild"Sie wissen gar nicht, wie sehr ich diese Frau geliebt habe"
Diese Worte soll Kaiser Franz Joseph I. von Österreich vor seinem Adjutanten nach dem Tod seiner Frau Kaiserin Elisabeth ausgesprochen haben. Die historische Elisabeth wurde zum Mythos. Die innige Liebe "Franzls" zu seiner "Sisi", das wahr gewordene Märchen des jungen, bayerischen Mädels, das Kaiserin wurde, und ihr doch so tragisches Leben gaben den Stoff für eine Vielzahl an Filmadaptionen. Doch welches Bild der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn zeichnen diese Filme? Wie beeinflußen sie das Geschichtsbild des Zuschauers? Welcher Mittel bedienen sich die Filmmacher, um den "Mythos" auf der Leinwand lebendig zu machen?

Diesen Fragen soll diese Arbeit auf den Grund gehen. In einem theoretischen Unterbau wird zunächst die Geschichte und Entwicklung des Films dargestellt. Hierbei wird insbesondere der Spielfilm sowie das Musical (in gefilmter Form als Unterkategorie des Spielfilms zu verstehen) in den Blick genommen. Merkmale der jeweiligen Kategorie und die besondere Bedeutung von Musik und Liedern sollen herausgearbeitet werden. Die Entwicklung des Films im geschichtswissenschaftlichen und -didaktischen Verständnis sowie eine Terminologie des Geschichtsfilms wird im nächsten Schritt skizziert. Anschließend werden Chancen und Grenzen, die sich daraus für den Geschichtsunterricht ergeben, dargestellt.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit einem analytischen Vergleich des Elisabeth Musicals, das 1992 uraufgeführt und 2005 zum ersten und einzigen Mal aufgezeichnet und veröffentlicht wurde, und der Sissi-Trilogie von Ernst Marischka, welche der jungen Romy Schneider zum internationalen Durchbruch verhalf. Die Beziehung der Kaiserin zu ihren Kindern und die Personenkonstellationen um sie herum werden dabei näher betrachtet. Neben diesen inhaltlichen Komponenten werden auch szenische Darstellungsmittel, wie das modische Auftreten der Figur der Elisabeth in beiden Filmen, untersucht. Außerdem wird die bereits dargestellte Funktion der Musik wieder aufgegriffen und ihr Einsatz und ihre Wirkung in beiden Darstellungen genauer untersucht.

Ein abschließendes Fazit soll die Auswirkungen der beiden untersuchten Darstellungen zur Kaiserin Elisabeth auf das Geschichtsbild des Zuschauers und den sinnvollen Einsatz beider im Geschichtsunterricht kritisch hinterfragen.

 

Zulassungsarbeit Susanne Huber: "Befreier Germaniens oder Verräter Roms? –Das Arminius Bild im historischen Roman"

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Arminius und sein Sieg über die drei Legionen des Varus im Teutoburger Wald 9 n. Chr. ist auch nach 2000 Jahren unvergessen: Museumsausstellungen, TV-Dokumentationen und Historische Romane rücken das Ereignis gerade im Anbetracht seines Jubiläumsjahres 2009 erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.

In der Hausarbeit sollen die beiden historischen Romane von Peter Harms Arminius. Die Rückkehr und Iris Kammerer Varus analysiert werden. Ziel der Untersuchung soll es sein, eine (Basis-)Narrative für die Person des Arminius und seine Rolle in der Varusschlacht in heutiger Perspektive zu generieren, die sich aus der Verarbeitung des Stoffes im historischen Roman als Medium der Geschichtskultur zeigt. Angesichts der rezeptionsgeschichtlichen Vergangenheit des Arminius-Stoffes scheint es – auch im Hinblick auf die Erinnerungskultur im Rahmen des Jubiläumsjahres – notwendig, die neue Sichtweise auf das Geschehen zu analysieren, die sich nicht nur aus den aktuellen Ergebnissen der Forschung ergeben darf, sondern auch die Haltung der breiten öffentlichen Meinung berücksichtigen muss. Diese Komponente soll mithilfe von historischen Romanen als nicht wissenschaftliche Präsentationsform von Geschichte eruiert werden.

Die Hausarbeit soll folgendermaßen gegliedert sein: Vor Beginn der konkreten Analyse müssen zunächst theoretische Aspekte zur belletristischen Literatur, insbesondere dem Genre des historischen Romans und seiner Entwicklung, dem Forschungsstand sowie geschichtsdidaktischen Debatten geklärt werden. Zudem soll das Arminius-Bild in der geschichtswissenschaftlichen Forschung herausgearbeitet werden. In einem nächsten Schritt soll eine quantitative Erhebung von historischen Romanen mit dem Thema Arminius bzw. dem Ereignis der Varusschlacht nach erfolgen, deren Publikation nach 1960 zu datieren ist. Dieser soll zum Vergleich eine Statistik zu den historischen Romanen mit dem Thema Vercingetorix als Pendant gegenübergestellt werden.

Aus diesem Pool sollen zwei Romane ausgewählt werden. Die Auswahlkriterien hierbei beziehen sich auf formelle, inhaltliche und didaktische Aspekte.

Im Anschluss daran soll die Darstellung der Person des Arminius anhand einer kontrastierenden Untersuchung der beiden ausgewählten Romane von Peter Harms Arminius: Die Rückkehr und Iris Kammerer Varus analysiert werden. Als zweiter Teil der Analyse soll nun der rezeptionsgeschichtliche Aspekt in den Fokus gerückt werden: Dazu sollen einerseits die mehr oder weniger zeitgenössischen Quellen hinzugezogen werden andererseits die Verarbeitung in Historiographie und Geschichtskultur. Anhand dieser sollen Ursachen und Motive für die analysierte Bewertung und Darstellung des Arminius in den beiden historischen Romanen herausgearbeitet werden.

Abschließend soll die Bedeutung von Geschichtsvermittlung durch historische Romane im Hinblick auf ihren rezeptionsgeschichtlichen sowie geschichtskulturellen Beitrag zusammengefasst werden.